Sonntag, 11. August 2019

Aufgelesen 2019 (II)

Schluss mit der Pfennigfuchserei der Jugendämter

In Deutschland gibt es immer mehr Pflegekinder, also Kinder, die nicht bei ihren leiblichen Eltern aufwachsen können, sondern in Heimen oder in Ersatzfamilien. Dabei haben sie also ohnehin schon einen härteren Start ins Leben. Wer jobbt oder eine Ausbildung macht, muss davon 75 Prozent ans Jugendamt abgeben. Nur langsam kommt Bewegung in die Debatte um die Abgabe. SPD, Grüne und Linke wollen sie streichen, die Union will sie nur senken und den Freibetrag erhöhen. Welches Signal geht davon aus? Was macht das mit den jungen Erwachsenen, die zum Beispiel auch weniger ansparen können für die erste eigenen Wohnung ?

NDR, 11. Juni 2019

472 Beschwerden über Jugendämter und Familiengerichte

Der Ansatz der Bundesregierung, im Zuge der Reform der Kinder- und Jugendhilfe auch Betroffene anzuhören, stößt bei der Zielgruppe offenbar auf Anklang. Bei der wissenschaftlichen Anlaufstelle für hochproblematische Kinderschutzverläufe, die die Bundesregierung am 25. April beim Institut für Kinder- und Jugendhilfe in Mainz eingerichtet hat, haben sich bereits 472 Betroffene gemeldet, um über ihre negativen Erfahrungen mit Jugendämtern und Familiengerichten zu berichten. Das ergab die Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion, über die die “Welt” berichtet.

Fulda Info, 23. Juni 2019


Keine Fragen zu den Taten
Im Prozess um den hundertfachen sexuellen Missbrauch von Kindern auf einem Campingplatz bei Lügde sollen heute (12.00 Uhr) Kinder als Zeugen aussagen.
Nachdem am Donnerstag zum Auftakt vor dem Landgericht in Detmold alle Angeklagten Geständnisse abgelegt hatten, sollen die Opfer nach Aussage ihrer Anwälte aber nicht zu den Taten befragt werden. Es gehe mehr darum, dass das Gericht sich ein Bild machen wolle, wie es ihnen heute gehe.
Merkur, 28. Juni 2019

Weiterer Anstieg

In Rheinland-Pfalz hat es im vergangenen Jahr mehr Fälle eines Verdachts auf Kindeswohlgefährdung gegeben und auch mehr tatsächliche Gefährdungen. Insgesamt seien knapp 8300 Meldungen möglicher Gefährdungen von Nachbarn, Bekannten, der Polizei oder anderen eingegangen, teilte das Statistische Landesamt in Bad Ems am Donnerstag mit. Das seien knapp neun Prozent mehr als 2017 gewesen. Es ist bereits das fünfte aufeinanderfolgende Jahr mit einem Anstieg.

Süddeutsche Zeitung, 25. Juli 2019

Mehr Geld statt Gesetzesänderung
Der innenpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Konstantin Kuhle, fordert 22 Millionen Euro mehr für Jugendämter. Nach der Gruppenvergewaltigung in Mülheim, bei der zwei Zwölf- und drei 14-Jähriger verdächtigt werden, sei das die richtige Antwort, nicht aber die Herabsetzung der Strafmündigkeit, heißt es in einem Positionspapier, über das die „Bild am Sonntag“ berichtet. Die 22 Millionen Euro sollten aus dem „Pakt für den Rechtsstaat“ kommen.
Presse Augsburg, 4. August 2019

Kinder in heruntergekommenem Gebäude

Nach Kenntnis des Jugendamtes halten sich vier weitere Kinder in der Immobilie auf, die nach Angaben des Landkreis-Sprechers als Hotelbetrieb firmiert. Diese Kinder seien „ebenso wenig wie die zwei in Obhut genommenen Kinder verwahrlost oder gefährdet“. Der Landkreis habe die Wohnverhältnisse „in Augenschein genommen“. Zahlreiche Zimmer in dem heruntergekommenen Gebäude werden nach Angaben aus Polizeikreisen von einem Dinklager Unternehmer an Werkvertragsarbeiter vermietet. Diese seien vornehmlich in der heimischen Schlachtbranche tätig.

Kreiszeitung, 10. August 2019

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