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Freitag, 21. Oktober 2016

Radikalisierung



Gedanken über die Reichsbürger

Wolfgang P., ehemals Besitzer einer Kampfschule, erschießt bei Nürnberg einen Polizisten. Jetzt wird in Bayern gegen Polizeibeamte ermittelt. Ein Ausbilder ist bereits suspendiert worden. Mörder und suspendierter Polizist haben eine Gemeinsamkeit: Sie sind Anhänger der Reichsbürgerbewegung. 

Diese Bewegung erkennt die Bundesrepublik Deutschland nicht an, sie ignoriert jedes Gesetz, maßt sich sogar eigene hoheitliche Befugnisse an. Und breitet sich aus wie ein Flächenbrand. Inzwischen warnt sogar der niedersächsische Innenminister öffentlich vor dieser gar nicht so neuen politischen Seuche. Doch vor dem Mord bei Nürnberg ist sie auch in den Medien kaum vorgekommen.

Aber bei Facebook. Das beobachte ich schon seit langer Zeit. Sie picken sich auch Opfer von Jugendämtern heraus und bieten Hilfe an. Ich weiß nicht, ob Salafisten bei der Radikalisierung von Muslimen erfolgreicher sind als Jugendämter bei der Radikalisierung von verzweifelten Eltern. Das müsste wohl wissenschaftlich untersucht werden. Vorher könnte man sich darüber schon einmal unterhalten.

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Anmerkung: In diesem Jahr habe ich in Burgwedel bereits sechs Reichsbürger persönlich kennengelernt. Vier erzählten auch Jugendamts-Geschichten... 

Dienstag, 11. Januar 2011

Umfrageneustart

11. Januar 2011

"In der Früh hat der Jürgen mich geholt. Ich musste ihm den Zipfel massieren und jeden Morgen." Hat eine Siebenjährige im November 2009 auf einen Zettel geschrieben, den sie der Freundin ihres Vaters zusteckte. Vor dem Familiengericht in Ulm wiederholte das Mädchen diese Anschuldigung.

So beginnt ein Erfahrungsbericht einer Fotojournalistin, die im Internet eindrucksvolle Schnappschüsse veröffentlicht. Und schon hat sie das Jugendamt des Alb-Donau-Kreises (Ulm) ins Umfragerennen geschickt, das heute neu gestartet wird. Gesucht wird auch 2011 jenes Jugendamt, das sich am meisten um das Kindesunwohl verdient macht.

Bisheriges Zwischenergebnis: Oldenburg i. O. 109 Stimmen, Münster 44 Stimmen, Ratzeburg 26 Stimmen, Mönchengladbach 1 Stimme und Duisburg 1 Stimme. 12 Umfrageteilnehmerinnen und Umfrageteilnehmer schlugen ein anderes Jugendamt vor.

Zurück ins Jahr 2009 und zu diesem Erfahrungsbericht: Das Gericht gibt ein Gutachten über die neue Familie des Mädchens in Auftrag, die Siebenjährige kommt nicht etwa vorübergehend zum Vater, sie landet in einem Kinderheim im Allgäu.

Der Vater kämpft um sein Kind, soll sich an die Polizei wenden, sein Verhalten wird vom Jugendamt als kindeswohlgefährdend eingestuft. Diesen Vorwurf muss sich auch seine Freundin gefallen lassen. Die zuständige Jugendamtsmitarbeiterin sorgt dafür, dass bis kurz vor dem 21. Juli 2010 das Gutachten vom Familiengericht nicht gewürdigt wird. Dann findet die Verhandlung statt.

Seither hat die neue Familie des Mädchens wieder Umgangsrecht mit der inzwischen Achtjährigen. Die leibliche Mutter ist der Fotojournalistin zufolge als Kind von ihrem Großvater missbraucht worden. Und lebt jetzt mit einem Mann zusammen, der sich von einem Kind "den Zipfel massieren" lässt?

Donnerstag, 8. Juli 2010

So nicht Deutschland!










Immer wieder Ärger
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Informationsschrift Nummer 1

- Deutsche Familien wandern nach Österreich aus
- Selbstmord vor einem Kinderheim?
- Fotografieren als Therapie?
- Strafantrag gegen Gutachter aus Duisburg

Informationsschrift Nummer 2

-Horrorheim in Holzen wieder unter Kinder-Mordverdacht
-Eutin  und Mönchengladbach: Chaos-Jugendamt mit
 Durcheinander-Jugendamt

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Informationsschrift Nummer 3

-Kommissar Internet ermittelt
-Zeugen Jehovas machen jünger

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Informationsschrift Nummer 4

-Toter mit oder ohne Ausweis?
-Doch mit dem Buch kamen die Tränen

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Samstag, 30. Januar 2010

Das Schicksal der Sylvia K.

30. Januar 2010
"Sozialisiert wie ein südeuropäischer Straßenköter, der um Gnade bittet"

„Mal verdiente ich gut, mal krebste ich herum“, beschreibt Sylvia K. (Name geändert) ihr bisheriges Leben, Stadtplanerin sei sie gewesen, TV-Autorin, sie habe die Welt gesehen und immer eins gefürchtet: den Verlust ihrer Freiheit. Denn: Sozialisiert worden sei sie wie „ein südeuropäischer Straßenköter - ohne die Hunde herunterputzen zu wollen“ in einem Kinderheim in Nordhessen. Welche Folgen diese Heimerziehung habe, das wolle sie erzählen. Sylvia K. lebt im Ausland, nach Deutschland zurückkehren will sie nicht.

Der Bundestag hat einen Runden Tisch eingerichtet, an dem das Schicksal von Heimkindern in den 50er-, 60er- und 70er-Jahren aufgearbeitet werden soll. Wie haben Sie von diesem Runden Tisch erfahren?

Sylvia K.: Kürzlich habe ich im Radio auf WDR 5 eine Sendung gehört. Berichtet wurde, dass die Gewalt gegen Heimkinder thematisiert wird. Auch mein Bruder und ich wurden Opfer ausufernder Gewalt. Obwohl aus Bremerhaven, brachte man uns ins entfernte Nordhessen. In den folgenden Jahren sahen wir unsere Eltern nur noch einmal im Jahr, und zwar abwechselnd unseren Vater und unsere Mutter. Der Ort hieß Vöhl, es war ein Kinderheim der AWO.

Wie andere Heimkinder auch, haben Ihr Bruder und Sie Gewalt erlebt?

Sylvia K.: Der damalige Heimleiter war ein Bilderbuch-Nazi. Er zertrat meinen am Boden liegenden Bruder vor meinen Augen. Er hat sich davon nie erholt. Ich habe die Bilder aus diesem Heim, in dem ich vom 5. bis zum 10. Lebensjahr war, noch heute vor Augen. Doch auf die grauenhaften Geschehnisse und meine persönlichen Erlebnisse möchte ich nicht eingehen.

Worüber möchten Sie denn sprechen?

Sylvia K.: Über die Nachwirkungen. Zum einen, das weiß ich heute, hat das Selbstwertgefühl gelitten - bis hin zu Selbstmordgedanken. Man hat uns sozialisiert wie einen südeuropäischen Straßenköter, der in der Rangordnung ganz unten stehend nur noch um Gnade winselt, damit er nicht geschlagen wird. Eins habe ich immer gefürchtet: den Verlust meiner Freiheit und abhängig zu werden von anderen Menschen. Ich war gebrandmarkt. Egal, was ich tat oder wo ich war, ich blieb das Heimkind, das sich schämt, weil es nicht wie die anderen war.

Aus Ihrem Lebenslauf weiß ich aber, dass Sie Abitur gemacht und studiert haben.

Sylvia K.: Stimmt. Das habe ich meiner kämpferischen Mutter zu verdanken und meinem Vorsatz, dass ich nie wieder etwas mit sozialem Elend zu tun haben will. Ich habe Geologie und Geografie studiert. Ich lernte fliegen, war Stadtplanerin, lernte als TV-Autorin die Welt kennen, mal verdiente ich gut, mal krebste ich rum.

Weitere Informationen

Samstag, 24. Oktober 2009

Kinder "Rübezahl"

24. Oktober 2009
Mord in Kinderheim? Akte wieder geschlossen

"Der Tod war für mich in Holzen immer wieder zu spüren aber nicht zu greifen. Immer wieder kommen mir Bilder hoch:


Ich sehe einen leblosen Körper in Stoff gehüllt. Es sieht aus wie ein dünner Sack, keine Wolle, eher Leinen, vielleicht Betttücher. Die Farbe war hell. Dieser Sack wurde von zwei Personen getragen, ich weiß nicht mehr, ob es Frauen oder Männer waren. Das Bild wäre womöglich schon längst aus meiner Erinnerung verschwunden, wenn dieser Sack nicht über ein Loch gehalten worden wäre und für mich völlig überraschend und mich tief erschreckend nach vorne einfach abgeknickt wäre. Dieses Bild taucht immer wieder auf und wurde von mir lange als beginnender Wahnsinn abgewehrt."

Das steht seit Anfang 2009 im Netz. Verfasser: „jomi“.

„Da war das große Krankenbett mit dem kleinen Jungen Jürgen. Jürgen lag leblos und nackt und mit beiden Händen über dem Kopf ans Bett gefesselt. Sein linkes Bein war ans Fußteil des Bettes gebunden, nur das rechte Bein lag angewinkelt. Ich guckte ihn mir an und dann sah ich das viele Blut, das von seinem Po zu kommen schien. Die Blut-Lache war groß, von seinen Hüften bis zum Knie und auf der Seite des Bettes. Ich war starr vor Schreck.“

Das steht auf amerikanischen Internet-Seiten. Verfasserin: Carola T.

Kein Zweifel: Es ist schlimm zugegangen im Kinderheim „Rübezahl“, das es von 1955 bis 1972 auf dem Greitberg in Holzen (Landkreis Holzminden) gab. Daran hegen weder die Hildesheimer Staatsanwaltschaft noch die Kripo von Holzminden Zweifel. Andererseits bleibt es (noch) dabei: „Von Tötungsdelikten gehen wir nicht aus.“

Denn: Das in den USA lebende ehemalige Heimkind macht bislang keine näheren Angaben, „jomi“ ist bereits vernommen worden. Teilt mir jetzt die Hildesheimer Staatsanwaltschaft mit, die von mir erneut eingeschaltet worden ist.

Staatsanwalt Scholz öffnete die Akte wieder, dann schloss er sie ein zweites Mal. Begründung: „Die Nachermittlungen des Polizeikommissariats Holzminden haben zwischenzeitlich ergeben, dass es sich bei der Person, die im Internet unter ´jomi´ auftritt, um den im vorliegenden Verfahren bereits vernommenen Zeugen Jörg W. handelt.“ Diese Vernehmung habe am 15. Oktober 2008 stattgefunden. Aussage von Jörg W.: „Tötungsdelikte an Kindern habe ich nicht beobachtet. Zumindest habe ich heute keine Erinnerung mehr daran.“ Auch die „Beseitigung von Leichen“ sei von ihm nach seiner Erinnerung nicht beobachtet worden.