Dienstag, 9. März 2021

Aufgelesen (2021)

Fall Lügde: Noch ein Jugendamt betroffen

In den Akten, die dem Untersuchungsausschuss im NRW-Landtag vorliegen, wird das Mädchen "Daniela" genannt - nicht ihr richtiger Name. Sie ist eines der Kinder, dem über einen längeren Zeitraum auf dem Campingplatz in Lügde sexuelle Gewalt angetan wurde. Missbraucht wurde sie vor allem von Mario S., dem jüngeren der beiden verurteilten Haupttäter. Er ist ihr Patenonkel.

Damals war Daniela etwa acht Jahre alt. Zuständig für das Kind war zu diesem Zeitpunkt das Jugendamt Höxter. Es schickte regelmäßig eine Familienhilfe, die Danielas Mutter bei der Erziehung helfen sollte. Diese freiwillige Unterstützung sei von der Mutter gut angenommen worden, sagte die damals zuständige Mitarbeiterin des Jugendamtes am Mittwoch im NRW-Landtag aus. Die Gefahr des sexuellen Missbrauchs sei allerdings mit dem Kind oder in den Gesprächen mit der Familienhilfe nicht genauer thematisiert worden.

WDR, 3. Februar 2021

Kein Informationsaustausch über Horror

Im Sommer 2017 stirbt ein Pflegekind in der Obhut ihrer Pflegemutter. Die heute 52-Jährige gesteht, die 21 Monate alte Naelys getötet zu haben. Sie wird zu mehr als sechs Jahren Haft verurteilt. Dem WDR liegen jetzt Fall-Unterlagen vor, die eine wichtige Frage aufwerfen: Hätte eine bessere Kommunikation der beteiligten Jugendämter und Jugendschutz-Institutionen die Tat verhindern können?

Die Zeit als Pflegemutter beginnt für die Solingerin 2014. Nach nur kurzer Zeit bekommt sie ein Pflegekind vom Jugendamt Wuppertal wieder abgenommen. Aus den Fall-Unterlagen geht hervor, dass die Erfahrung mit der Frau Horror gewesen sei. Sie sei unberechenbar, so das Amt. Die später mit der Solingerin befassten Jugendämter wissen davon offenbar nichts.

WDR, 24. Februar 2021

Pädophilen-Netzwerk: Berliner Senat bleibt untätig

Über Jahrzehnte haben die Berliner Jugendämter Kinder an Pädophile vermittelt. Aus einem Gutachten geht hervor, dass es in Berlin ein institutionell gut vernetztes Pädophilen-Netzwerk geben muss, das bis heute nicht offengelegt wurde. Der Berliner Senat bleibt untätig.

Wirtschaftsnachrichten, 5. März 2021

Kindesmissbrauch in Münster-Kinderhaus: Weiteres Urteil 

Yunus C. (27) wird in Saal A.14 gebracht. Sein Gesicht versteckt er hinter einer Akte. Über dem Kopf trägt er noch ein schwarzes Tuch. Er atmet schwer. In einem weiteren Prozess im Missbrauchskomplex Münster hat das Landgericht den Aachener unter anderem wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern in 13 Fällen zu neun Jahren Haft verurteilt. Insgesamt waren 21 Taten Gegenstand des Urteils.  Bild, 9. März 2021



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