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Montag, 17. September 2018

Betr. Kreisjugendamt Viersen (IV)

Luftbild Schwalmtal.
Die Schulpolitik des Jugendamtes

"Die Gutachterin wird Ihnen nicht antworten", sagt die Mutter von O. bei ihrem zweiten Anruf.

"Ich weiß. Mir brummt gerade der Schädel wegen des Gutachtens", antworte ich. "Einiges kann ich gar nicht verstehen, weil die Gutachterin manchmal die deutsche Sprache nicht ausreichend beherrscht."

Wir unterhalten uns erneut über eine Stunde lang. Die Mutter von O. freut sich, weil ich der Meinung bin, dass ein Kind auch woanders spielen darf als nur in seinem Zimmer. 

"Danke, dass Sie das sagen."

Die Mutter wundert sich aber auch.

"Wenn uns das Jugendamt vorwirft, dass wir unser Kind schlagen, warum zeigen die uns nicht an?"

"Das machen die nie. Eigentlich müsste man mit einem Strafantrag wegen Verleumdung reagieren."

Im November 2017 ist die damals sechsjährige O. fast wieder zu Hause. Das Amtsgericht von Viersen erklärt sich am 23. November 2017 für nicht zuständig. Der Anwalt der Familie Koch fordert deshalb am 29. November 2017: "Das Kind O. Kohl ist unverzüglich zu den Kindeseltern zurückzuführen."

Das Jugendamt hat inzwischen die sechsjährige O. in eine andere Schule verfrachtet und dann wieder zu ihrer bisherigen Schule gebracht. An den Arbeitsgemeinschaften Tanzen, Fußball und Hiphop nimmt die Kleine aber nicht mehr teil, weil die Pflegeeltern O. nicht zu den Kursen bringen können. Der Anwalt der Familie O. wirft dem Jugendamt vor, gar nicht für das Wohl des Kindes sorgen zu wollen, er schreibt: "Vielmehr entzieht es das Kind auch aus dem regulären Schulbesuch. Man stelle sich vor, dies hätten die Eltern getan."

O. kehrt nicht nach Hause zurück, der Fall landet vor dem Amtsgericht in Geldern. weil sich O. "bereits über zwei Monate in der Bereitschaftspflegefamilie in Straelen, d. h. in dem Gerichtsbezirk des Amtsgerichts Geldern" befindet.

Die Mutter von O. und ich beenden das Telefongespräch.

"Ich bin 43", sagt sie. "Die Gutachterin ist 26."

Ich beende diesen Beitrag mit einem Zitat von Astrid Lindgren: "Da Pippi mich selbst auch sehr bewegt hat, schloss ich meinen Brief an den Verlag folgendermaßen: ´In der Hoffnung, dass Sie nicht das Jugendamt alarmieren.´ Denn ich hatte ja selbst zwei Kinder, und was sollte aus denen werden - mit einer Mutter, die solche Bücher schrieb!"

Zum Beginn der Serie 

    


Mittwoch, 12. September 2018

Betr. Kreisjugendamt Viersen (II)

Das Jugendamt versteckt die Schwester
dieses Jungen in Kleve. Foto: Tjaden
Was ist anders gesprochen eine gute Erziehung?

"Anders gesprochen ist die Erziehung der Eltern dann für das Kind geeignet, wenn das elterliche Erziehungsverhalten den Anforderungen des Kindes entspricht."

Meint die Richterin Vollmar vom Amtsgericht Geldern am 27. August 2018 und spricht in ihrem Beschluss den Eltern "das Recht zur Beantragung von Hilfe zur Erziehung, die Gesundheitsfürsorge, schulische Belange, Behördenangelegenheiten und das Aufenthaltsbestimmungsrecht" für ihr siebenjähriges Kind ab. 

Wie die Richterin eine gute Erziehung definiert, hätte wahrscheinlich nicht einmal die bereits in der ersten Folge erwähnte App "Muse" verstanden. Wir erinnern uns: Die Erfinderin Vivienne Ming behauptet, mit dieser App bekämen Eltern jede erdenkliche Hilfe bei der Erziehung der Kinder.

Doch die Erziehung von O. ist gar nicht so schlecht gewesen, wie die Richterin behauptet, sagt die Verfahrensbeiständin, die vom Gericht bestellt worden ist und "Anwältin des Kindes" genannt wird: "O. wird zuhause nicht vernachlässigt, die Eltern lieben ihre Tochter und wünschen gemeinsam mit dem Kind zusammenzuleben."

Darauf weist der Anwalt der Eheleute Koch das Gericht bereits am 29. November 2017 hin. Hat die Richterin das nicht gelesen?

Inzwischen lebt die Siebenjährige bei Pflegeeltern in Kleve- und da ist doch schon häufiger etwas gewesen. Mir ist der Fall einer mittlerweile Neunjährigen bekannt, die in Kleve vor der Mutter, vor ihrem elfjährigen Bruder und vor dem Patenonkel versteckt wird. Versteckt wird O. zwar nicht, aber die Frage muss erlaubt sein: Genießen in Kleve Pflegeeltern Sonderrechte?

Gestern hat das Jugendamt das Besuchsrecht der Eltern weiter eingeschränkt: Sie dürfen ihre Tochter nur noch einmal im Monat sehen, für eine Stunde und unter ständiger Beobachtung.

Kreisjugendamt Viersen (III): Das Kainsmal


Dienstag, 11. September 2018

Betr. Kreisjugendamt Viersen (I)

Das Amtsgericht in Geldern.
"Muse" für ein siebenjähriges Kind

Die Amerikanerin Vivienne Ming hat eine App erfunden, die sich "Muse" nennt. Angeblich gibt sie Eltern Tipps für die Kindererziehung und kann vorhersehen, was die Kleinen später verdienen und wie lange sie leben. Auch das Kreisjugendamt von Viersen scheint eine ähnliche App erfunden zu haben, die sie auch im Fall der Eheleute Koch aus Schwalmtal befragt. Fest steht aber auf jeden Fall: Das siebenjährige Kind O. ist seit dem 13. Oktober 2017 nicht mehr im Elternhause. Die Mutter bat mich um Berichterstattung, die ich mit einer mail an die mit diesem Fall befasste Gutachterin aus Kleve beginne:


Sehr geehrte Frau A.,

Daniela Kohl aus Schwalmtal hat mich gebeten, über ihren Fall zu berichten. Das werde ich in einer Serie tun, die ich in meinem blog „Kinderfeindesland Deutschland“ veröffentliche. Daniela Kohl möchte in meinen Berichten mit richtigem Namen genannt werden.

In meiner heutigen Post befand sich ein dicker Briefumschlag von ihr mit vielen Dokumenten. Dazu gehört auch Ihr Gutachten vom 5. April 2018, das Sie für das Amtsgericht in Geldern erstellt haben. Die 82 Seiten habe ich noch nicht gelesen, nur das Inhaltsverzeichnis und die Seite 3 las ich bisher. Schon dazu habe ich Fragen, ich bitte um Beantwortung. Ich werde diese mail veröffentlichen. Ihre Antworten natürlich auch.

Sie bezeichnen sich als „Psychologische Sachverständige im Familienrecht“. Wie und wo kann man diesen Titel erwerben?

Auf Seite 3 geben Sie die Fragestellung des Amtsgerichtes wieder. Die Frage 2 lautet demnach „Sind die Kindeseltern erziehungsfähig?“

Meines Wissens gibt es keine wissenschaftliche Definition des Begriffes „Erziehungsfähigkeit“, darauf weisen Experten immer wieder hin und beklagen diese Tatsache. Ist die Kritik dieser Experten unberechtigt, gibt es doch wissenschaftliche Kriterien für die Beurteilung der Erziehungsfähigkeit von Eltern? Wie misst man Erziehungsfähigkeit bzw. woran?

In Ihren „Vorinformationen nach Aktenlage“ merken Sie an, dass es zwischen den Eltern „immer wieder zu Konflikten“ komme, „wobei auch gewalttätige Übergriffe vorkommen“. Für wie wahrscheinlich halten Sie es als „psychologische Sachverständige im Familienrecht“, dass eine Mutter, die ihr Kind schlägt, das in einem Bericht über sich lesen möchte - und das auch noch mit ihrem richtigen Namen?

Teil 2: Was ist anders gesprochen eine gute Erziehung?