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Donnerstag, 16. Mai 2024

Lesestoff

Ein Justiz- und Jugendamts-Krimi
Die unschuldige Mörderin

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Bitterböse und witzig
Wenn ein Jugendamt Akten vertauscht
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Eine Satire mit Anhang

-Ritalin
-Das Schweigen der Suchthelfer (Step gGmbH Hannover)
-Die Frau, die schummelte (Jugendamt Hamburg)
-Die getrennten Geschwister aus Münster
-600 unerforschte Sekten

Montag, 27. September 2010

Frühwarnsystem

27. September 2010
1,7 Millionen Euro für Frühwarnsystem

Hannover/Lüneburg. Die Systeme der Kinder- und Jugendhilfe mit dem Gesundheitswesen zu verbinden - das ist Ziel des Niedersächsischen Modellprojektes "Koordinierungszentren Kinderschutz - Kommunale Netzwerke Früher Hilfen". Niedersachsens Sozialministerin Aygül Özkan: „Wir wollen beim Kinderschutz tragfähige und verlässliche Brücken bauen. Anzeichen von mangelnder Versorgung oder andere Missstände sollen frühzeitiger wahrgenommen werden. Unsere Koordinierungszentren sollen helfen, zum Wohle der Kinder angemessener zu reagieren. In gravierenden Fällen können diese Maßnahmen Kinderleben retten."


Den Koordinierungszentren Kinderschutz sei es in Braunschweig, Hannover, Lüneburg und Oldenburg gelungen, kommunale Netzwerke zu entwickeln, die zur Verbesserung des Schutzes von Kindern praxisorientiert und effektiv zusammenarbeiteten.

Auf der Basis einer umfassenden Bestandsaufnahme haben die Modellstandorte bei Projektstart mit den im Kinderschutz relevanten Akteuren - dazu zählen die Kinder- und Jugendhilfe, Beratungsstellen, Kinderschutz-Zentren, Gesundheitsämter, Hebammen, Kinderkliniken, Kinderärztinnen und Kinderärzte, Gerichte und Polizei - konkrete und verlässliche Handlungsleitfäden festgelegt und Kooperationsvereinbarungen zum Schutz von Kindern vor Vernachlässigung und Misshandlungen abgeschlossen.

Das Land stellt für das Modellvorhaben bis Ende 2011insgesamt rund 1,7 Mio. Euro zur Verfügung. In den nächsten Monaten steht die Erweiterung der Netzwerke mit weiteren Partnern wie beispielsweise den Familienservicebüros und Grundschulen an.

Als besonders positiv bewertete Ministerin Aygül Özkan das große Interesse an den Koordinierungszentren. Es sei gelungen, den Ansatz des Modellprojekts zu multiplizieren. 19 weitere Jugendämter haben ein Angebot des Sozialministeriums für eine externe Beratung beim Auf- bzw. Ausbau eigener Netzwerke angenommen. „Die Strahlkraft unseres Modellprojektes reicht in weite Teile Niedersachsens", hob Özkan hervor.

Mittwoch, 3. März 2010

Stoppt Kinderpornografie

3. März 2010
Einfach Meldeknopf drücken

Hannover. Der niedersächsische Innenminister Uwe Schünemann hat auf der Computermesse CeBIT die neuen Mitglieder des Bündnisses gegen Kinderpornographie "White IT" begrüßt: Bundesverband Digitale Wirtschaft, Initiative D21, Niedersächsische Landesmedienanstalt, itWatch GmbH sowie Innocence in Danger e. V. Dem Bündnis gehören bereits zahlreiche weltweit agierende Unternehmen aus der IT-Branche sowie deutsche Vereine, Verbände und wissenschaftliche Institute an. Sie haben sich zum Ziel gesetzt, die Verbreitung und Nutzung von Kinderpornographie im Internet zu verhindern.


Am CeBIT-Stand "White IT" (Halle 9, Stand C 60) stellte der Minister den neuen "White IT-Button" zur Meldung von kinderpornographischem Material vor. Bei diesem Meldebutton handelt es sich um ein kleines Zusatzprogramm (Add-On), das sich jeder Nutzer in seinen Internetbrowser installieren kann. Stößt man beim Surfen versehentlich auf kinderpornographisches Material, muss lediglich der installierte Meldeknopf gedrückt werden. Die Seite wird dann automatisch und anonym an die eco-Beschwerdestelle, welche Mitglied im weltweiten Inhope-Netzwerk ist, weitergeleitet und dort geprüft.

"Wenn Kinderpornografie im Internet gelöscht werden soll, dann müssen wir auch wissen, wo sie gespeichert wird. Nur dann können wir erfolgreich dagegen vorgehen", sagte Innenminister Schünemann.

Schünemann erläuterte gemeinsam mit dem Vorstandsvorsitzenden der Software AG, Karl-Heinz Streibich, die Vorschläge des Bündnisses White IT. Danach könnte eine gemeinsame europäische Datenbank geschaffen werden, in die europaweit Metadaten über bereits bekanntes kinderpornographisches Material von Justiz, Polizei und Beschwerdestellen hinterlegt werden können. Schünemann kündigte eine detaillierte rechtliche und technische Bewertung dieses Vorstoßes an.

Dienstag, 18. August 2009

Hannoversche Familienpraxis

18. August 2009
Gewalt in Familien: Sparkasse Hannover rettet Pilotprojekt

Die „Hannoversche Familienpraxis“ für Mütter und Väter, die Gewalt anwenden, wäre beinahe aus Geldmangel wieder beendet worden, 2008 übernahm der hannoversche Verein „Die Waage“ die Betreuung von zehn Familien, die zu tätlichen Auseinandersetzungen neigten, dieses Pilotprojekt war erfolgreich, die Vereinskasse leer. Deswegen konnte in diesem Jahr erst einmal nicht weiter gemacht werden. Doch jetzt ist die Sparkasse Hannover eingesprungen.

Gelernt hat die „Hannoversche Familienpraxis“ vom so genannten „Cochemer Modell“. „Wenn einer den Gerichtssaal als Sieger verlässt, hat das Kind verloren", sagt der Familienrichter Jürgen Rudolph, der in drei Jahrzehnten über mehr als 4 000 Scheidungen zu Gericht gesessen hat. 1992 gehörte er zu den Initiatoren des Arbeitskreises Cochem, in dem Vertreter der Lebensberatung, des Familiengerichtes, Gutachter, das Kreisjugendamt, Mediatoren und Anwälte des Landkreises sitzen.

Kinder leiden unter Trennungen, dieses Leid wird verstärkt, wenn sich die Eltern während des Trennungsprozesses in die Haare bekommen. Das will dieser Arbeitskreis verhindern. Gelingt es nämlich einem Elternteil, das Kind gegen den anderen Elternteil aufzuhetzen, ist für das Kind eine negative soziale Karriere fast schon vorgezeichnet. Das beweisen Forschungen in den USA. Auf solche Forschungsergebnisse greift der Arbeitskreis Cochem oft zurück, denn in Deutschland steckt die Wissenschaft auf diesem Gebiet noch in den Kinderschuhen.

In der Region Hannover muss die Polizei jedes Jahr um die 3000 Mal ausrücken, um häusliche Gewalt zu beenden. Kinder und Jugendliche geraten immer wieder zwischen die Fronten. Wie man Konflikte friedlich löst, müssen solche Familien erst lernen.

Zur 2006 eingeführten „Hannoverschen Familienpraxis“ gehört ein beschleunigtes Verfahren. Anhörungstermine werden schnell angesetzt. Ob auch gewaltbereite Familien einbezogen werden sollen, ist anfangs umstritten gewesen. Schließlich starteten Amtsgericht und „Die Waage“ das Pilotprojekt.

Den Verein gibt es seit 1990. Er hat bereits angekündigt: „Wir bemühen uns weiter um öffentliche Mittel.“