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Freitag, 12. Oktober 2018

Werbefilm

Mehr schafft auch der liebe Gott nicht.
Foto: ZDF
Für Jugendämter - nicht nur in Bayern

So mancher Spielfilm beginnt oben rechts mit dem Hinweis "Produktplatzierung". Darauf hat das ZDF gestern Abend bei "Mutter für drei Tage" verzichtet - auch in dieser Programmankündigung:

Auf den Stufen zu ihrer Hebammenpraxis findet Lena Lorenz einen Präsentkorb. Doch statt kulinarischer Leckereien liegt darin ein Neugeborenes - keine zwölf Stunden alt.

Erst einmal möchte ich mich beim ZDF dafür bedanken, dass dieser Film keine drei Tage gedauert hat. Glücklicherweise reichten dieser Hebamme 90 Minuten, um alle Hürden aus dem Weg zu räumen, weil es gar keine Hürden gab. 

Die 16-Jährige, die ihren Säugling in einen Präsentkorb gelegt hatte, sah unverzüglich ihren Fehler ein und kümmerte sich weiter vorzüglich um ihre Geschwister, ihre tablettensüchtige Mutter zögerte nicht lange, bis sie sich zu einer Entziehungskur überreden ließ und das mit Einwilligung aller eingeschaltete Jugendamt las der Hebamme jeden Wunsch von den Augen ab: "Das kriegen wir hin."

Bevor die Sonne über Bayern unterging, hatte der Säugling der 16-Jährigen eine Pflegefamilie, die junge Mutter durfte jederzeit ihr Kind sehen, die tablettensüchtige Mutter bekam Hilfe im Haushalt.




Mittwoch, 25. August 2010

Münster dabei

25. August 2010
Wo Wirlsberg gedreht wird ist alles in Ordnung?

Münster in Westfalen, 275 000 Einwohner, wer fit genug ist, schwingt sich aufs Rad, lässt das Auto stehen, Schauplatz einer ZDF-Serie mit Georg Wirlsberg als Buchhändler, der sich finanziell über Wasser hält, weil er nebenbei als Privatdetektiv arbeitet - da ist die Welt doch wohl noch in Ordnung? Daran könnte man zweifeln. Wenn man im Netz stöbert, um sich über das Jugendamt von Münster zu informieren. Sogar Mord ist dieser Behörde vorgeworfen worden. Lisa Marie heißt das Kind, das im Mai 2007 angeblich  unter mysteriösen Umständen gestorben ist. Publik gemacht wurde der Fall von einer Organisation, die  Strafanzeige erstattete. Die Staatsanwaltschaft stellte das Ermittlungsverfahren im Juli 2007 ein. Der Mordvorwuf sei nicht zu halten.

Damit hat sich die Organisation nicht zufrieden gegeben - schildert außerdem weitere Fälle auf weiteren Seiten aus anderen Städten. Dazu gehört die Geschichte eines Vaters, der inzwischen berüchtigt dafür ist, dass er gefälschte mail-Adressen verwendet, weil seine Nachrichten sonst sofort von den meisten Empfängerinnen und Empfängern ungelesen weggeklickt werden. Dazu sagt ein Kripo-Beamter: "Schade, der macht sich nur noch lächerlich." Was gut zu sein scheint für seine Ex-Frau und ihre Familie, über die dieser Mann, der im Ausland lebt, nahezu Unerträgliches verbreitet. Zwischendurch erzählt dieser Mann auch noch, einer seiner Söhne sei nun 18 und komme zu ihm. 14 Tage später entpuppt sich diese Nachricht als Windei. Der Junge bleibt in Deutschland.

Mit dem, was diese Organisation  verbreitet oder verbreiten lässt, kommt man also nicht weiter. Dennoch bleibt das Jugendamt von Münster Thema. Mehr darf hier noch nicht verraten werden. Aber: Ins Umfrage-Rennen geschickt wird diese Behörde. Die Frage lautet: "Welches Jugendamt tut das meiste für das Kindesunwohl?"

Voriges Jahr hat Lüneburg das Umfrage-Rennen gemacht, in diesem Jahr liegt Oldenburg in Oldenburg mit 396 von 598 Stimmen vorn. Auf den weiteren Plätzen: Lüneburg mit 67 Stimmen, Viersen mit 60 Stimmen, Duisburg mit 27 Stimmen und Mönchengladbach mit 13 Stimmen. 35 Umfrageteilnehmerinnen und Umfrageteilnehmer haben ein anderes Jugendamt vorgeschlagen.

Nun werden die Umfrageergebnisse wieder auf Null gestellt. Die Abstimmungsidee ist mir bei einem Hundespaziergang gekommen.