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Sonntag, 19. Dezember 2010

Der Überbehüterstaat

17. Dezember 2010
Reif für die Abwrackprämie

Hoppe, hoppe, Reiter, wenn er fällt, dann schreit bestimmt wieder jemand nach der Kindergartenpflicht. Allerdings wird dieser Schrei gleich wieder erstickt. Wie jetzt in Bad Homburg bei einer Diskussionsveranstaltung der CDU. Kann man aus gesetzlichen Gründen nicht einführen, lautete die Erkenntnis.

Auch Ursula von der Leyen ist als Bundesfamilienministerin für die Kindergartenpflicht eingetreten. Zumindest das letzte Kindergartenjahr sollte Pflicht sein, meinte sie vor vier Jahren. Dann verschwand dieser Vorschlag wieder in der Schublade.

Was haben diese In-Schubladen-Herumkramer nur? Kleine Kinder verbringen doch heute schon mehr Zeit in Arztpraxen als in ihrem Kinderzimmer. Kaum ist die eine Vorsorgeuntersuchung erledigt, steht die nächste bevor. Und als Erwachsener wundert man sich darüber, wie man ohne diesen Überbehüter-Staat die eigene Kindheit überhaupt überleben konnte.

Zum Arzt gebracht worden sind wir doch nur, wenn es uns schlecht ging und der Oma nichts mehr einfiel. Dazu kamen ein paar Impfungen. Das war´s. Doch dann kamen die Kinderpsychologen, die Kinderthearapeuten, die Kinderpsychiater, die Sozialpädagogen, die Sozialarbeiter, die Erzieherinnen, die...

Die nahmen sich die Kleinen gründlich vor. Kaum hatte jemand die eine Kinderkrankheit entdeckt, litt der Nachwuchs schon unter einer zweiten. Sogleich zuckten Eltern zusammen und rannten mit ihren Mädchen und Jungen in die Arme von so genannten Experten, die ihren eigenen Erkenntnissen inzwischen nicht mehr trauten.

Lasst doch endlich die Kinder in Ruhe, lasst sie unbeschwert aufwachsen und verlasst euch darauf, dass die meisten Eltern gar nicht so viel falsch machen können wie dieser Überbehüter-Staat, der 2010 "Wutbürger" als "Wort des Jahres" ins Stammbuch geschrieben bekommen hat. Voriges Jahr war es laut Gesellschaft für die deutsche Sprache die "Abwrackprämie".

Diese Prämie sollten alle bekommen, die endlich die Vorstellung, dass der Staat alles richten könne und müsse, abwracken. Für alle Zeit...

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So lügen Jugendämter

Sonntag, 14. November 2010

Gnadenlose Eltern

14. November 2010
Jugendamt Münster ist nicht erziehungsfähig

Kommissar Internet blättert hin und wieder im Grundgesetz und weiß deshalb: Jeder hat das Recht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit. Dieses Recht gilt, sobald jemand das Licht der Welt erblickt hat. Doch in Münster gibt es Eltern, die wissen das nicht, obwohl sie das wissen müssten.

Diese Eltern haben seit über einem Jahr ein Mädchen, seit einem halben Jahr einen Jungen. Die sind inzwischen getrennt worden. Die Geschwister dürfen sich nicht sehen. Die Eltern meinen: "Das würde die beiden überfordern." Deswegen sollen das Mädchen und der Junge so aufwachsen, als seien sie Einzelkinder. Der Junge allerdings erinnert sich noch an seine Schwester und ist deswegen manchmal traurig: "Baby weg."

Kommissar Internet würde das gern ändern. Deswegen ist er nach Münster gefahren. Doch die Eltern der beiden getrennt lebenden Kinder wollten ihn nicht sehen. Nicht mit ihm sprechen. Was sie tun, sei ihre Sache, meinen sie.

Die Kinder fragen sie nicht. Vielleicht hätte der Junge mit Kommissar Internet gern Fußball gespielt, vielleicht wäre das Mädchen begeistert gewesen, wenn ihr Bruder sich den Ball eher geschnappt hätte als Kommissar Internet. Wenn die Kleine Besuch bekommt, krabbelt sie jauchzend auf dem Boden herum. Doch zu oft Besuch, ist nicht gut für die Kleine, meinen die Eltern.

Solche Eltern sollte es in Münster nicht geben, werden nun viele sagen. Eltern sollten sich freuen, wenn ihre Kinder neue Eindrücke aufsaugen wie ein Schwamm.

Dieser Schwamm bleibt so trocken wie möglich, fürchtet Kommissar Internet. So lange diese Eltern diese Kinder haben. Denn bei diesen Eltern handelt es sich um das Jugendamt von Münster. Und das ist nicht erziehungsfähig.

Sonntag, 26. September 2010

Hartz-IV-Kinder

26. September 2010
Eine Ministerin - kinderreich und so sozial

Sie hat sieben: Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen. Kinder. Sie hat zwei: Bundessozialministerin Ursula von der Leyen. Augen. Die sind nach ihren Angaben groß geworden. Als ihr so genannte Experten verklickerten, dass Hartz-IV-Kinder eigentlich zu viel Geld bekommen.

Und: Hat sie sofort an Kürzungen gedacht? Hat sie nicht! Familien sollen weiter Vertrauensschutz genießen, sagt sie nach der heutigen Kabinettsentscheidung. Außerdem schnürt sie für die armen Kleinen ein Bildungspaket. Und Papi bekommt fünf Euro mehr im Monat.

Damit endet die Kinderarmut. Warmes Essen gibt es außerhalb. Für die Ministerin sicherlich auch des öfteren. Schon stehen Hartz-IV-Kinder und Ursula von der Leyen auf einer Stufe, begegnen sich fortan in Augenhöhe.

Wenn diese Ministerin weiter so sozial bleibt, leiht sie eines Tages so manchem Hartz-IV-Papi auch noch ihren Dienstwagen. Oder schnappt Hartz-IV-Kinder und bummelt mit ihnen durch einen Freizeitpark.

Möglich ist alles. Schließlich hat sie selbst sieben. Kinder. Und zwei. Augen. Denen sie manchmal nicht trauen kann. Denn eigentlich sind Hartz-IV-Kinder reich. Hat nur bislang niemand gewusst. Jetzt aber!