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Donnerstag, 21. März 2013

Eltern bestraft

Für Scheidungskrieg auf Rücken der Kinder

"Weil sie ihre Kinder im Scheidungskrieg jeweils für ihre Sache instrumentalisierten, hat ein Lausanner Gericht nun die Eltern bestraft. Ein Novum in der Schweiz."

Berichtet heute der "Tagesanzeiger". Dieses Urteil sollte keinesfalls einmalig bleiben. Nicht nur in der Schweiz. Paare, die an Kindern herumzerren, die Träume und Wünsche der Kleinen für ihre eigenen Zwecke missbrauchen, sollten auch in Deutschland bestraft werden. Aber nicht nur sie. Auch Jugendamtsmitarbeiterinnen und -mitarbeiter, die sich grundlos auf die Seite eines Partners schlagen und so die Kinder in die Ecke stellen, müssen endlich mit finanziellen Folgen rechnen. Hinein mit dem Gehalt in die Sparschweine der Kleinen!

Ich sehe schon den Tag kommen, an dem so manche Jugendamtmitarbeiterin und so mancher Jugendamtsmitarbeiter mit einem Hut in der Hand in Einkaufszonen um eine milde Gabe bittet, damit der Kühlschrank nicht leer bleibt. Das könnte denen eine Lehre sein, die vom hohen Ross sozialpädagogischer Wahnvorstellungen herab Eltern so lange vor sich hertreiben, bis nicht einmal mehr Hufeisen Glück bringen.

Vieles ändert sich in der Welt der Bürokraten erst, wenn es zu teuer wird. Wie dann auch das hirnrissige Kinder- und Jugendhilfesystem in Deutschland, das einem Dschungel gleicht, in dem man alle paar Meter auf die Nase fallen kann. Überall zischeln Schlangen: Familienrichterinnen und Familienrichter, Verfahrensbeiständinnen und Verfahrensbeistände, Vormünderinnen und Vormunde, Jugendamtsmitarbeiterinnen und Jugendamtsmitarbeiter, Gutachterinnen und Gutachter, Anwältinnen und Anwälte, die sich von Liane zu Liane schwingen, bis sie endlich die Kinder aus den Augen verloren haben.







Donnerstag, 15. Dezember 2011

Jugendamt Lüneburg

15. Dezember 2011
Will nicht existierendes Fax haben

In Lüneburg gibt es seit 1993 eine Einrichtung, die angeblich eine familienorientierte Drogentherapie macht. Geleitet worden ist sie bis Anfang Juli 2011 von Ruthard Stachowske, Sozialpädagoge und Honorarprofessor an der Evangelischen Hochschule Dresden. Dann wurde der 54-Jährige fristlos entlassen.

Die Einrichtung bekam einen neuen Leiter. Doch es sind noch 14 Kinder aus Stachowske-Zeiten in der Einrichtung. Die leben dort von ihren Familien getrennt. Der neue Leiter tut aber nichts, um diese Trennung zu überwinden. Familienorientiert ist die Einrichtung also immer noch nicht.

In Süddeutschland wohnt ein Mädchen, das im Februar 2011 aus dieser Einrichtung abgehauen ist. Ihre beiden Schwestern sind noch in Lüneburg. Sind 10 und 11 Jahre alt, haben mehr als die Hälfte ihres Lebens in einer Einrichtung verbracht, die sich mit den Drogenproblemen von Familien, Mütter und Vätern beschäftigt.

Nun taucht das Gerücht auf, dass es ein Fax gäbe, in dem von der Einrichtung die Rückkehr der beiden Kinder zu ihrer Familie zugesagt werde. Ein solches Schreiben gibt es zwar nicht - dennoch reagiert das Jugendamt von Lüneburg aufgeregt, will die Zusage haben.

Warum? Ist eine Einrichtung familienorientiert, wäre die Rückkehr der Kinder sozusagen Programm. Das dem Jugendamt von Lüneburg nicht gefällt? Weil dort ein Mitarbeiter beschäftigt ist, der nach eigenen Angaben "Vormund oder Ersatzpfleger mehrerer Kinder aus der Einrichtung" ist und ebenfalls nach eigenen Angaben der Mutter der beiden Kleinen gesagt hat: "Die bleiben dort, bis sie 14 sind"?

Was denkt sich ein Jugendamtsmitarbeiter bei einer solchen Aussage? Was sollen Kinder, deren Eltern nicht mehr da sind, in einer Drogen-Einrichtung?

Sonntag, 13. Februar 2011

Staatlicher Kinderklau?

13. Februar 2011
Einfach unfehlbar: der Papst und Jugendämter?

Bei Facebook wird zurzeit für eine Demo geworben. Auf die Straße gehen sollen die Leute gegen "staatlichen Kinderklau".

Der funktioniert angeblich so: Mit Heimkindern wird Geld verdient. Wer Geld verdient, will noch mehr Geld verdienen oder wenigstens keine Verluste hinnehmen. Also schwärmen Jugendämter aus und sorgen im Auftrag von Kinderheimen für Nachschub. Dann gibt es auch noch Pflegefamilien. Die wollen ebenfalls mit Kindern versorgt werden.

Als Beweis dafür, dass der staatliche Kinderklau-Vorwurf zutreffend ist, werden Statistiken herumgereicht. Die belegen tatsächlich: Die Zahl der so genannten Inobhutnahmen steigt. Die belegen aber keinesfalls: staatlichen Kinderklau.

Denn: Keine einzige Organisation hat stichhaltige Beweise für diesen Vorwurf. Mir ist auch bis heute kein solcher Fall bekannt geworden. Der wäre übrigens bei irgendeinem Staatsanwalt gelandet.

Wer von "staatlichem Kinderklau" spricht, verwirrt verzweifelte Eltern, macht sie kopfscheu und lockt sie auf eine Fährte, die bis in den Verfolgungswahn und somit zu Wahngebilden führen kann. Schließlich starren Mütter und Väter auf Jugendämter und Familiengerichte wie das Kaninchen auf die Schlange. Dem Schock "Kindesentzug" folgt die Schockstarre.

Sinn machen würde eine Demonstration gegen Schablonendenken. Denn einen Vorwurf müssen sich viele Jugendämter gefallen lassen. Wahrscheinlich aus Geld- und Zeitmangel verschwinden Kinder und Eltern in Schubladen.

Die Rede ist hier nicht von Müttern und Vätern, die ihren Nachwuchs missbrauchen oder misshandeln. Denen müssen die Kinder weggenommen werden. Die Rede ist von Müttern und Vätern, die falsch beschuldigt werden.

Dann geht es oft schnell. Sind aber erst einmal die Kinder weg, wird aus dem Eil- ein Schneckentempo. Familiengerichte brauchen Monate, bis es zur Verhandlung kommt. Gerichte glauben Jugendämtern fast schon unbesehen, hat sich die Behörde versehen, sehen sich viel zu viele Eltern einer Mauer gegenüber.

Dabei müsste Experten doch eigentlich bekannt sein, dass bei einigen Jugendämtern Vorsicht geboten ist. Oder bekomme nur ich Anrufe, bei denen immer wieder die gleichen Namen von Jugendamtsmitarbeitern fallen?

Was machen eigentlich die Vorgesetzten solcher Jugendamtsmitarbeiter? Weghören? Dazu sagt ein Anrufer: "Schauen Sie sich doch einmal an, was in Münster geschieht. Seit das Jugendamt in die Kritik geraten ist, gehen die in die Öffentlichkeit und lassen ihre Arbeit loben."

Dergleichen geschieht auch anderswo. Sogar eine bundesweite PR-Aktion gibt es inzwischen. Das ist kurios: Denn die meisten Jugendämter wollen eigentlich gar nicht vor Publikum arbeiten. Die machen lieber die Schotten dicht und beschweren sich über öffentliche Kritik, die allerdings nicht verstummen will.

Aber kaum jemand sagt: Wir setzen uns mit den Kritikern zusammen und klären die Sache. Üblicher ist: Kritiker werden ausgegrenzt. Oder sogar hinter den Kulissen schlecht gemacht.

Behörden verschanzen sich sogar dann noch hinter dem Datenschutz, wenn jemand alle Dokumente vorliegen hat. Manchmal beschleicht mich das Gefühl, dass insgeheim nach diesem Motto gehandelt wird: "Nicht nur der Papst ist unfehlbar. Wir auch. Ihr Jugendamt."

Was tun? Unabhängige Beschwerdestellen einrichten, die schnell reagieren können. Den Zuständigkeitsdschungel lichten. Vor lauter Verfahrensbeiständen, Vormündern, Betreuern, Jugendamtsmitarbeitern und Familienrichtern wissen doch viele Eltern gar nicht mehr, an wen sie sich wann wenden sollen. Und: Jede Jugendamtsmitarbeiterin und jeder Jugendamtsmitarbeiter, der Müttern und Vätern droht, muss sofort den Schreibtisch räumen.