Donnerstag, 18. Juni 2009

Das Groschenfenster: Bitte um Richtigstellung



12. Juni 2009
Brief an Regionalausgabe des "Hamburger Abendblattes"

Sehr geehrter Herr Hilmes,

Ihr heutiger Bericht in der Lüneburger Regionalausgabe des "Hamburger Abendblattes" beginnt so:

"Die Jugendhilfe Lüneburg setzt sich juristisch gegen Kritiker zur Wehr. Heinz-Peter Tjaden, Betreiber eines Internet-Forums, musste zwei Kommentare löschen. Anderenfalls hätte die beauftragte Anwaltskanzlei Schadenersatz gefordert.

Das geht aus einem Schreiben hervor, das der Lüneburger Rundschau vorliegt. Demnach wurden unter der Online-Adresse kinderunwohl.blogspot.com ´unwahre Tatsachen´ behauptet. Zudem werde der Arzt in der Therapeutischen Gemeinschaft Wilschenbruch, Ruthard Stachowske, mit ´ehrverletzenden Herabsetzungen und Schmähkritik´ überschüttet.

´Das Internet macht es den Menschen leicht, ungerechtfertigte Vorwürfe gegen andere zu erheben´, sagt Matthias Lange, Geschäftsführer der Jugendhilfe gGmbH. ´Die Anonymität schützt sie.´"

In Ihrem ersten Absatz klingt es so, als hätte ich die beiden Kommentare gelöscht. Das ist nicht der Fall. Sie stehen weiterhin in meinem Forum und bleiben dort stehen, weil ich die behauptete "Schmähkritik" nicht erkennen kann. Außerdem habe ich gegen die Jugendhilfe Lüneburg inzwischen Zahlungsklage erhoben, weil ich der Auffassung bin, dass mit derartigen Anwaltsschreiben meine Arbeitszeit als selbstständiger Internetredakteur verschwendet wird.

Den Geschäftsführer der Jugendhilfe Lüneburg zitieren Sie mit Anschuldigungen gegen die beiden Kommentatoren. Dass er damit richtig liegt, müsste Matthias Lange aber erst vor Gericht nachvollziehbar machen. Inzwischen haben sich bei mir weitere Betroffene gemeldet, die ihre Erfahrungen schriftlich niederlegen und mir zukommen lassen wollen.

Ein abschließendes Urteil über die Therapeutische Gemeinschaft in Wilschenbruch kann ich mir noch nicht bilden. Aber es muss doch wohl möglich sein, Kritisches zu schreiben, wie es die beiden Kommentatoren getan haben. Da muss man doch nicht gleich einen Anwalt antanzen lassen, der in seinem Schreiben zudem auch noch angekündigt, dass seine Mandantin notfalls (!) auch Geheimnisse aus der Einrichtung lüften werde.

Ich bitte Sie um eine entsprechende Richtigstellung in der nächsten Ausgabe und wünsche Ihnen ein schönes Wochenende

Heinz-Peter Tjaden

Der Bericht

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Ich habe den Artikel auch gelesen. Interessant finde ich Herrn Langes Feststellung, dass die Familiengerichte über die Kindesentziehung der Elternklienten in Wilschenbruch entscheiden.
Doch besagte Richter wachen doch nicht morgens auf und sagen: Mir hat geträumt, mir hat geträumt!"
Nein, eben nicht, die TG Wilschenbruch stellt den Antrag auf Kindesentziehung.Dazu gibt es dann die Beurteilungen wieso, weshalb, warum, die machen auch kurzen Prozess mit den Großeltern, niederschmetternd.
Wird aber leider nicht erwähnt.Doch nur wer nicht fragt bleibt dumm.