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Samstag, 12. September 2020

Keine Leuchte

Gefunden auf design-3000.de
Carola  Reimanns Schwachstrom

Für Gerhard Schröder als niedersächsischer Ministerpräsident haben Familie und Jugend zum Gedöns gehört. So was setzt sich hirnstrommäßig wohl in SPD-Köpfen fest. Auch bei der derzeitigen Sozialministerin Carola Reimann fließen bei diesem Thema die Hirnströme nur mäßig. 

Man könnte nun noch anmerken, dass die 53-Jährige auch als Gesundheitsministerin nur auf Schwachstrom zurückgreifen kann, aber wir wollen doch beim Thema bleiben. Das Thema lautet: krasses Versagen von Jugendämtern beim massenhaften Kindesmissbrauch auf einem Campingplatz in Lügde. 

Die Akten werden geschlossen und im Kopf von Carola Reimann gehen die Lichter aus. Strukturellen Änderungsbedarf sieht sie bei Dunkelheit nicht mehr, Jugendämter bittet sie um etwas mehr Sorgfalt. Die müsse man leben, sagt sie. Die Wüste lebt, sage ich.

Doch noch schlimmer scheint mir zu sein: Diese Schwachstrom-Ministerin hat auch sonst keine Ahnung. Sonst wüsste sie, dass es in Mainz ein Institut gibt, das sich im Auftrag des Bundesfamilienministeriums mit dringend erforderlichen Reformen des Kinder- und Jugendhilfesystems beschäftigt. 

Dienstag, 29. Juni 2010

Ein Anwalt lügt

29. Juni 2010
Nur kurze Zeit Redakteur?

Als Redakteur beschäftige ich mich seit über einem Jahr mit der Therapeutischen Gemeinschaft Wilschenbruch, die angeblich seit 1993 unter dem Dach der Jugendhilfe Lüneburg familienorientierte Drogentherapie macht. Mütter, die in dieser Einrichtung gewesen sind, berichten dagegen, dass sie von ihren Kindern getrennt wurden. Gedroht worden sei ihnen: "Wir nehmen dir die Kinder weg."

Diese Erfahrungsberichte stehen seit langer Zeit im Netz. Unwidersprochen. Statt dessen eröffnen die Jugendhilfe Lüneburg und Professor Dr. Ruthard Stachowske als Leiter der Therapeutischen Gemeinschaft Wilschenbruch juristische Nebenschauplätze. Jetzt wieder vor dem Landgericht Hamburg. Dort bin ich am 11. Juni 2010 verklagt worden, erster früher Termin ist der 1. Oktober 2010.

Dem Anwalt der Jugendhilfe Lüneburg ist in der Klageschrift auch diese Lüge Recht: Tjaden war nur kurze Zeit Redakteur - und das vor Jahrzehnten. Dennoch habe ich im April 2003 eine Erzählung über meine jüngsten Erfahrungen als Journalist geschrieben? Titel "Und raus bist du - Redaktionelle und andere Geschichten".

Dieses Buch hat mir viel Lob eingebracht, es sei gut montiert und ironisch verfasst. Den Leserinnen und Lesern begegnen die heutige Bundesarbeitsministerin  Ursula von der Leyen, der heutige Altkanzler Gerhard Schröder, der ehemalige Bundesligatrainer Werner Biskup, die Schauspielerin Heike Makatsch, der Schauspieler Ritchie Müller und weitere Prominente. Sie alle sind mir zwischen 1984 und 2003 über den journalistischen Weg gelaufen. Solche Begegnungen verlaufen gelegentlich überraschend.

Hätte ich 2003 den Beruf des Redakteurs an den Nagel gehängt, wäre ich nicht nur kurze Zeit Journalist gewesen, hätte ich diesen Beruf nur von 1984 bis 2003 ausgeübt, wäre das nicht Jahrzehnte her. Vielleicht sollte dieser Anwalt mein Buch lesen? Er und alle anderen können es bei mir bestellen. Einfach 10 Euro in einen Briefumschlag stecken und schicken an Heinz-Peter Tjaden, Krumme Straße 1, 26384 Wilhelmshaven. Schon geht die Post ab!

Sonntag, 13. Dezember 2009

Sigmar Gabriel

13. Dezember 2009
Worte des großen SPD-Vorsitzenden zum Kindeswohl

Sigmar Gabriel kämpft immer wieder gegen das Vergessenwerden. Deswegen macht er markige Sprüche. Seinerzeit im niedersächsischen Landtag, bis Sozialdemokraten geglaubt haben, zu ihnen spreche ein Hoffnungsträger. Diese Hoffnung trog jederzeit und in jedem Amt. Schröder-Land war laut „Stern“ zwar bereits abgebrannt, als Glogowski gehen musste und Gabriel kommen durfte, aber es wuchs kein neues Leben aus den Ruinen, sondern 2003 eine Wahlniederlage.

Also wurde der 50-Jährige Bundesminister für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, was den meisten erst auffiel, als sich die Wahlperiode und somit die SPD-Regierungsbeteiligung dem Ende zuneigte, denn nun meldete sich der in Goslar geborene Lehrer immer häufiger lauthals zu Wort. Try to remember of Gabriel in september.

Dieser Politiker ist so rund, der rollt sich einmal ab und steht dann wieder auf. Sein „new deal“ gilt jetzt für die SPD. Basis stärken, Führung stärken, Partei stärken. Die SPD landet laut Sonntagsfrage bei 24 Prozent. Erreicht also fast das Lebensalter der neuen Ehefrau von Müntefering.

Da sagt sich Sigmar Gabriel: Das kann doch nicht alles gewesen sein und begibt sich zu Studentinnen und Studenten in Berlin. Den mitgereisten Frank-Walter Steinmeier lässt er verbal als Fraktionsvorsitzenden links liegen und stellt diese These auf: Die Bundesregierung will Eltern dafür bezahlen, dass sie ihren Nachwuchs nicht in den Kindergarten schicken.

Schon fallen einem alle Lehrer ein, die man als Schüler nicht gemocht hat, weil sie Zeit zum Nachdenken nicht gewährten. Die hauten auch den Stoff so lange heraus, bis die Pausenklingel erlösend wirkte.

Eltern, die sich nicht so schnell wie möglich von der Erziehung ihres Nachwuchses verabschieden, Käuflichkeit vorzuwerfen, grenzt schon an Verleumdung von Müttern und Vätern, die sich Gedanken darüber machen, ob jeder vorgezeichnete Weg auch der richtige ist. Dieser Spruch von Sigmar Gabriel ist so dumm wie weiland der Satz von Gerhard Schröder: „Lehrer sind faule Säcke“.